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Als Córdoba zur moslemischen Hauptstadt wurde, richtete sich ein arabischer Königshof in der Stadt ein, der den Bau einer Moschee notwendig machte. So wurde in Jahre 785 mit den Bauarbeiten zu der Aljama-Moschee, der berühmten Mezquita, begonnen, die noch heute ein grandioser Tempel ist, die einzige in Spanien noch erhaltene Moschee und eine der grössten der Welt.
Die Fassade der Moschee ist mit Strebebögen und Zinnen bestückt, die den Schein einer Festung erwecken. Insgesamt sind in der Fassade zwölf Portale eingelassen, von denen einige besonders interessant sind. An der Stelle, an der sich der Glockenturm erhebt, befindet sich das Portal Puerta del Perdón und unweit davon die Puerta del Caño Gordo mit dem Abbild der Virgen de los Faroles. In der Nähe befinden sich noch weitere sehenswerte Portale, wie die Puerta del Postigo de la Leche, San Miguel, el Postigo de Palacio und San Estaban, das älteste Portal.
An der Fassade, die in den Orangenhof, den Patio de los Naranjos führt, beeindrucken die Portale Santa Catalina und ein anderes im barocken Churriguera-Stil, dessen Name unbekannt ist.
Der Name Moschee bedeutet auf arabisch Anbetungsort oder Ort, an dem man niederkniet. Die Moschee Córdobas hat eine Fläche von insgesamt 22.400 m2, die sich auf folgende drei Anlagen verteilen: das Minarett, den Hof für die rituelle Reinigung und den Gebetssaal.
Das ursprüngliche Minarett wurde im X. Jahrhundert durch ein anderes ersetzt. In das Minarett wurden kurioserweise zwei Treppen eingebaut, eine zum Hinauf-, die andere zum Hinuntergehen. Der Turm ist vielfach umgestaltet worden, und schliesslich wurde ein Teil zwischengefügt, an dem das Abbild des San Rafael zu sehen ist, dem Schutzpatron von Córdoba. Dieses Zwischenstück trägt die zwölf Glocken.
Der Innenhof der rituellen Waschung ist ein unverzichtbarer Bestandteil jeder Moschee, in der sich die gläubigen Moslems reinigen. Sie waschen ihre fünf Sinne mit Wasser, bevor sie den Betsaal betreten. Die umgebenden Säulengänge waren den Frauen zum Beten vorbestimmt.
Nach der Reconquista durch die Christen, wurde der Innenhof in Patio de los Naranjos, Orangenhof, umgetauft. Es wurden jetzt Orangenbäume statt der vorher hier wachsenden Palmen gepflanzt. Im Frühling zeigen sich die Orangenbäume in ihrer ganzen Pracht. Fünf Springbrunnen zieren den Patio, der grösste davon heisst Fuente del Olivo.
Neunzehn Bögen führen durch verschiedene Säulengänge zum Gebetssaal und von den 1013 Säulen sind 856 erhalten geblieben. Der Gebetssaal ist eine mystische Stätte, die den Besucher gefangen nimmt. Das einfallende Licht zeichnet bezaubernde Schattenbilder der Bögen und Säulen auf den Boden. Einer der Gänge führt zur Mihrab, der Gebetsnische. Sie stellt den Hauptort der Moschee in der moslemischen Kultur dar, denn die Gläubigen beten stets in ihre Richtung; daher muss sie nach Mekka ausgerichtet sein. Die Mihrab ist ein faszinierendes Beispiel der ganzen Schönheit der Mezquita. Sie besitzt eine beeindruckende Kuppel mit einem schönen, mehrfarbigen Mosaik.
Inmitten dieser geweihten Stätte erhebt sich die aussergewöhnliche Anlage der Kathedrale. Mit ihrem Bau wurde nach der Rückeroberung Córdobas begonnen. Das Bauwerk, das bis zu dieser Zeit eine Moschee war, wurde mit dem Namen Santa Maria la Mayor zur katholischen Kathedrale geweiht.
Herausragend sind vor allem die Kapelle Capilla Villaviciosa mit einer herrlichen Kuppel, die Capilla Real oder der prächtige Hochaltar aus rotem Marmor mit Skulpturen und Gemälden. Am beeindruckendsten ist jedoch das Chorgestühl aus dem 18. Jahrhundert, ein wahres Meisterwerk mit Bildern aus der biblischen Geschichte. Des weiteren kann man eine riesige Silberlampe bewundern, die vom Kreuzbogen herunterhängt sowie ein legendenumwobenes Kreuz, das sogenannte Cruz del Cautivo, Kreuz des Gefangenen an einer der Mauersäulen. Weitere christliche Kapellen und Nebenkammern öffnen sich dem Besucher innerhalb der Mezquita, zweifellos einer der schönsten Moscheen des Abendlandes und unverzichtbarer Bestandteil eines Besuches in Córdoba.
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