|
|
 |
Jaéns Bewohner haben sich die respektvolle Freundlichkeit derer erhalten, die keine Invasion von Touristenströmen kennen. Die Stadt liegt weder am Meer noch an einem grossen Fluss.
Dennoch ist ihr Horizont nicht eng. Sie kontrolliert die Ebene, in der sich das grösste Olivenanbaugebiet der Welt befindet. Weithin ausgedehnte Landschaften und ringsherum graues Gebirge, über den sich Hügelketten das grüne Netz der Olivenbäume auf roter, gelber, brauner und weisser Erde ausdehnen.
Heute leben in der 500 m hoch gelegenen Provinzhauptstadt 100'000 Menschen. Ihre Gründung liegt weit zurück. Schon die Karthager hatten hier Silber gefunden und hatten eine Befestigung geschaffen, die den Namen Aurigi trug. Unter den Römern wurde sie unter dem Namen Flavia in den Rang einer Stadt erhoben. Die Glanzzeit des Ortes fiel in die Jahrhunderte arabischer Herrschaft, aber es waren auch zugleich kriegerische Zeiten. Nach dem Zerfall des Kalifats war Jaén im 11. Jahrhundert Hauptstadt eines kleinen maurischen Königsreich. 1246 eroberten die Christen unter Ferdinand III. Jaén.
Unter ihm wuchs die Stadt und noch bis heute behaupten manche Besucher, das die Bewohner eher von kastilianischen als vom andalusischen Zuschnitt seien. Vielleicht auch deshalb, weil man sie für konservativer als die übrigen Andalusier hält.
In der Hauptstadt finden wir die Kathedrale und die besten arabischen Bäder Spaniens. Baeza und Úbeda bieten einen aussergewöhnlichen Reichtum an historischen Denkmälern. Südlich von Despeñaperros geniesst man den Anblick der weiten Olivenhaine, deren gepflegte Baumreihen das fruchtbare Land Jaén durchziehen.
|
 |
 |